Einen Monat ohne Jammern und Klagen?

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die-30-tage-nicht-jammern-challenge

Geht das denn?

jammern, klagen, opferstatus, selbstveratnwortung

Erinnern Sie sich?

Im Sommer 2014 prägte die „Ice Bucket Challenge“ die Posts auf den Social-Media-Accounts deutscher und internationaler Promis, Sportler und Politiker. Sie alle ließen sich einen Kübel Eiswasser über den Kopf schütten, spendeten für die bis dato unheilbare Nervenkrankheit ALS – und nominierten anschließend drei neue Anwärter.

Eine weniger spektakuläre Aktion kann man jeden Tag am Arbeitsplatz oder zu Hause beobachten. Ganz viele Menschen schütten sich auch einen Kübel über – aber nicht mit erfrischendem Wasser, sondern mit üblem Jammern und Klagen. Und das täglich.

Jammern überfällt uns ganz von selbst. Achten Sie mal darauf bei den täglichen Gesprächen:

  • Morgens beim Bäcker („Wie geht’s?“ „Muss ja.“)
  • Im Wartezimmer beim Arzt („Muss man hier immer so lange warten?“)
  • In der Kaffeepause bei der Arbeit („Ich weiß gar nicht, wie ich mein Pensum schaffen soll, aber meinem Chef ist das ja egal.“)
  • In Meetings („Haben Sie meine Mail nicht gekriegt? Sie waren doch auf CC. Wer lesen kann, ist im Vorteil.“)
  • Wenn Sie nach Hause kommen („Hast du etwa vergessen, Brot mitzubringen? Wenn man sich auf dich mal verlässt.“)

Dauernd wird geklagt und gejammert.

Dafür gibt es einen guten Grund. Nichts schafft schneller Kontakt zwischen Menschen als das gemeinsame Klagen. Wer dagegen sagt, dass es im gut geht oder was ihm heute gut gefiel, erlebt eher Distanz, Argwohn – und ein Jammeranfall des Anderen.

Probieren Sie es aus. Gehen Sie morgens ins Büro und sagen Sie:

  • „Toll. Heute kein Stau und ich brauchte nur 15 Minuten durch die Stadt.“
    Reaktion: „Na toll. Dafür konnte ich eine halbe Stunde in der U-Bahn stehen.“
  • „Was für ein schöner sonniger Tag.“
    Reaktion: „Wenn‘ so heiß ist, gibt’s sicher noch ein Gewitter.“
  • „Die Umsatzzahlen für das letzte Quartal sehen wieder sehr gut aus.“
    Reaktion: „Na, dann können sich unsere Aktionäre ja mal wieder freuen.“

Es ist wie bei der Zeitung: Only bad news are good news.

Forscher halten das für unser biologisches Erbe. Indem wir uns auf das Negative fokussieren, würden wir uns Augenmerk verstärkt auf Gefahren richten – um zu überleben.

Hmm.

Aber Jammern und Klagen hat auch einen hohen Preis.
Wenn wir Negatives denken oder von uns geben, werden im Gehirn Stresshormone erzeugt, die Problemlösen und andere kognitive Funktionen blockieren können. Das passiert sogar, wenn wir jemand anderem zuhören, der jammert. Sie merken es daran, dass es Sie energetisch runter zieht.

Also wie Passiv-Rauchen. Nur eben Passiv-Jammern.

Doch eingefleischte Gewohnheiten wie das Jammern und Klagen zu ändern ist schwer. Darüber habe ich ja im hier im Blog immer wieder geschrieben.
Aber nicht unmöglich.


 

Deswegen starte ich heute „Die 30-Tage-Nicht-Jammern-Challenge!

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